Drei Tage, die bleiben: Sporteinander bei den Paralympics in Paris

Drei Tage, die bleiben: Sporteinander bei den Paralympics in Paris

Manchmal gibt es Momente, die zeigen, warum sich Engagement, Ehrenamt und gemeinsames Dranbleiben wirklich lohnen. Für den inklusiven Sportverein Sporteinander aus Bornheim war genau so ein Moment das Wochenende bei den Paralympischen Spielen in Paris.

Als Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs „Inklusion durch Sport“ durfte eine Reisegruppe mit rund 30 Vereinsmitgliedern und Familienangehörigen nach Paris fahren – ein Preis, der nicht nur Anerkennung war, sondern vor allem eine besondere gemeinsame Erfahrung.

Vom Rhein an die Seine

Früh am Freitagmorgen startete die Gruppe Richtung Paris. Schon die Anreise im eigens gestalteten Reisebus fühlte sich für viele fast ein wenig wie eine Fahrt im Profisport an. Ausgangspunkt vor Ort war ein Hotel mitten in der Stadt – von dort ging es direkt zu den ersten Wettkämpfen.

Noch am Ankunftstag stand Rollstuhlbasketball auf dem Programm: China gegen Spanien. Am nächsten Tag folgten die Bahnradrennen und Zeit für erste Eindrücke von Paris selbst. Für viele Teilnehmende war es das erste Mal, Paralympischen Spitzensport so nah zu erleben.

Was dabei besonders hängen blieb, war die Atmosphäre: laut, respektvoll, begeistert. Oder, wie es im Verein mehrfach zu hören war: ein Wochenende, das man so schnell nicht vergisst.

Ein Blick hinter die Kulissen

Ein echter Höhepunkt war die exklusive Führung hinter die Kulissen der Bahnradwettbewerbe – ein Bereich, der normalerweise Zuschauerinnen und Zuschauern verschlossen bleibt. Hier wurde deutlich, wie viel Präzision, Vorbereitung und Professionalität hinter den Wettkämpfen steckt.

Zu den besonderen Begegnungen gehörte auch ein zufälliges Treffen mit der deutschen Medaillengewinnerin Maike Hausberger. Nur wenige Minuten zuvor hatte ein Teil der Gruppe ihr Rennen von der Tribüne aus verfolgt. Umso größer war die Freude, sie anschließend persönlich zu treffen. Offen, freundlich und interessiert fragte sie zunächst, woher die Gruppe überhaupt angereist sei – eine Begegnung, die gerade für die jüngeren Vereinsmitglieder sehr beeindruckend war.

Anerkennung für jahrelanges Engagement

Der Gewinn des Wettbewerbs kam nicht zufällig zustande. Aus zahlreichen Bewerbungen wurde Sporteinander als Bundessieger ausgewählt, weil der Inklusionsgedanke hier nicht nur im Sportangebot sichtbar ist, sondern auch in der Ausbildung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern sowie in Fortbildungsangeboten für andere Vereine.

Für das Team rund um den Verein war die Reise daher vor allem eines: ein großes Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen. Ohne Trainerinnen, Trainer, Organisierende und Unterstützende gäbe es die Angebote in dieser Form nicht.

Gerade für die jungen Übungsleiterinnen und Übungsleiter war die Reise eine besondere Chance. Spitzensport auf dieser Bühne zu erleben, zu sehen, wie Athletinnen und Athleten mit unterschiedlichsten Voraussetzungen Höchstleistungen erreichen, wirkt motivierend – und verändert häufig auch die eigene Perspektive auf Grenzen.

Eindrücke, die bleiben

Neben den Wettkämpfen waren es auch die kleinen Dinge, die den Aufenthalt geprägt haben: gemeinsames Unterwegssein, Gespräche, das Erkunden der Stadt, der Blick auf den Eiffelturm – und natürlich auch das französische Essen.

Für die jüngeren Vereinsmitglieder waren die Erlebnisse besonders intensiv. Sport, Begegnungen und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, machten die Reise zu einer Erfahrung, die weit über ein gewöhnliches Vereinswochenende hinausging.

Ein Verein, der verbindet

Sporteinander wurde 2021 gegründet und verfolgt seitdem ein klares Ziel: niedrigschwellige Sport- und Bewegungsangebote für Menschen jeden Alters – mit und ohne Behinderung. Neben Sport- und Schwimmangeboten gehören auch Fortbildungen, inklusive Projekte und gemeinschaftliche Aktionen zum Vereinsalltag.

Die Tage in Paris haben noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig solche Orte der Begegnung sind. Sport schafft Verbindungen, baut Barrieren ab und eröffnet Perspektiven.

Oder anders gesagt: Dieses Wochenende war mehr als eine Reise. Es war eine Bestätigung dafür, dass Inklusion dann gelingt, wenn Menschen gemeinsam unterwegs sind – im Alltag genauso wie auf der größten Sportbühne der Welt.